Biotopverbund Wetschaftsaue
Sieben massige Leiber laufen im Galopp über die Feuchtwiese im Roadaer Henzeried. Kurz vor dem Zaun stoppen sie. Davor steht Fabian Kahler mit seiner Mutter und seiner Schwester Christina. Sie sind gerade angekommen, um nach ihrer Herde Wasserbüffel zu schauen. Wenn sie die Stimme ihres Bauern hören oder sein Auto kommen sie angelaufen. Sie scheinen sich darauf zu freuen, wenn er kommt.
Im Henzeried begann ein Landschaftspflegeprojekt des Naturschutzbundes mit Wasserbüffeln
Rotweißes Flatterband entlang der Feldwege, Helfer an den Kreuzungspunkten, dann wurde es spannend: Acht schwere Wasserbüffel zogen jetzt ruhig zu ihrem ersten Einsatzort, dem Feuchtwiesengebiet „Henzeried“ nahe dem Sportplatz von Roda. Hier werden die Tiere in den kommenden Monaten bis Ende September erstmals auf Flächen der Stadt Rosenthal und des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) ihren Dienst tun: als „Bio-Bagger“, wie Naturschützer scherzhaft sagen, den Auengrund der Wetschaft vor dem Verbuschen bewahren und beim Suhlen kleine Wassertümpel anlegen.
Erneut großes Engagement zeigten Mitglieder der Umweltgruppe Burgwald im NABU auf ihren Feuchtwiesen im Wetschaftstal. Wie in jedem Jahr im Herbst am Ende der Vegetationsperiode fuhren sie das Mahdgut ab, nachdem es vorher mit dem Balkenmäher abgemäht worden war. Damit soll erreicht werden, dass dem Boden Nährstoffe entzogen werden als Grundlage für die Entwicklung von artenreichen Biotopen.
Weiterlesen: Feuchtwiesenpflege: Einsatz für blühendes Leben
Umweltgruppe Burgwald hatte zu einer Pflegeaktion aufgerufen
Spinnenfäden zwischen Disteldolden, Tautropfen auf trockenen Sauergräsern, ein Rotkehlchen als Zaungast – das Wetschaftstal zwischen Roda und Ernsthausen zeigte sich noch einmal im schönsten Altweibersommer, als sich Mitglieder und Freunde der NABU-Umweltgruppe Burgwald zu einem Arbeitseinsatz auf den Nauwiesen trafen. Viele freiwillige Helfer waren mit drei Traktoren, Wagen und einem Baggerlader gekommen, um das Mahdgut aus den Feuchtwiesen abzutransportieren.
Im Henzeried ist neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere entstanden
Im Juli flog bei einer Sprengübung des Technischen Hilfswerks (THW) aus Marburg der weiche Tonboden in die Luft, wie wir in unserem Artikel über die Großübung des THW berichteten. Jetzt spiegeln sich bereits die Wolken in der großen Wasserfläche, die sich seitdem dort gebildet hat. Allmählich erobert sich die Natur im Henzeried bei Roda ihren Raum zurück, neue Lebensformen entstehen rund um den Tümpel, der die Feuchtwiese ökologisch aufwerten soll.
THW Marburg veranstaltete bei Roda Großübung für Naturschutzzwecke
Zweimal ertönt gegen 11:53 Uhr der schrille Warnton. Dann durchbricht ein dumpfer Explosionsknall die Stille des Wetschaftstals bei Roda. Eine Riesenfontäne tiefschwarzer Erde steigt auf, Brocken wirbeln durch die Luft. Kurz darauf ist alles vorbei. Fachleute des Technischen Hilfswerks (THW) prüfen das entstandene Sprengloch, dann geben sie das Signal für den lang gezogenen Entwarnungston.
Feuchtwiesen im Mai
Im Mai hat der Frühling überall in der Natur Einzug gehalten, die vorherrschenden Farben sind Grün und Gelb. Eilige Wanderer oder Radfahrerinnen, die schnell unterwegs sind, wird in diesen Tagen allerdings einiges entgehen, wenn sie in der Frühlingslandschaft unterwegs sind.







