Mitglieder der Umweltgruppe mit Zweigen in den Händen

Am Wochenende entfernten Mitglieder der Umweltgruppe Burgwald Büsche und Bäume auf dem Gelände des Moors im Seitenbruch in Ernsthausen. Mit dieser Maßnahme soll das Moor vor dem Austrocknen geschützt und dauerhaft erhalten bleiben.

In Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises war das Vorgehen zusammen mit den Fachgutachtern des Cölber Beratungsbüros Neckermann & Achterhold geplant und verantwortet worden. Ein Landschaftpflegebetriebe im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde hatten mit einem Freischneider Erlen- und Weidentriebe, kleine Birkentriebe, Ginsterbüsche, Brombeer-Ranken und anderen unerwünschten Auftrieb gekappt, damit andere Pflanzen und Tiere wieder Platz zum Leben haben. Anschließend wurden die Zweige mit Unterstützung durch einen Radbagger eingesammelt und asu der Fläche transportiert. Klaus Klimaschka, Matthias Hupfeld, Jakob Schneider, Moritz Hupfeld, Carla Schneider, Hanna Hupfeld, Heike Hupfeld, Christine Schneider und Marion Chmelar packten gemeinsam mit weiteren Mitgliedern und Freiwilligen an, Hermann Simon und Daniel Archinal waren mit ihrem Radbagger gekommen.

Daniel Archinal und Klaus Klimaschka beim Räumen der entbuschten Fläche

Daniel Archinal und Klaus Klimaschka beim Räumen der entbuschten Fläche

Hintergrund: Naturschutz durch Naturzerstörung?

Auf den ersten Blick wirkt das Entfernen der Gehölze nicht besonders naturgemäß, werden doch natürlich gewachsene Pflanzen beseitigt. Diese Maßnahme dient jedoch dazu, das Moor dauerhaft zu erhalten. Insbesondere in den letzten trockenen Jahren hat sich der Charakter der Fläche verändert, das Moor trocknet langsam aus. Die Gehölze verstärkten den Effekt. Büsche und Bäume verbrauchen und verdunsten so viel Wasser, dass das Moor seine Feuchtigkeit zu verlieren droht. In früheren Jahren hatte eine kleine Herde Heidschnucken für den Verbiss der Pflanzen gesorgt. Die Herde sei aber ständig kleiner geworden und habe es nicht mehr geschafft, das Moor von Bewuchs freizuhalten.

Hermann Simon und Jens Archinal in ihrem Radbagger

Hermann Simon und Daniel Archinal in ihrem Radbagger

In den kommenden Jahren ist zu klären, ob ein jährlich durchgeführter Rückschnitt im Frühjahr geeignet ist, die Verbuschung der Fläche zu verhindern. Nachhaltiger wäre es, die Wurzeln auszugraben, was aber sehr aufwändig ist. Besonders wuchskräftige Wurzelstöcke könnten dennoch ausgegraben werden. Ebenso bleiben eine Beweidung mit Schafen und der Rückschnitt geeignete Maßnahmen zur Rückdrängung des Gehölzaufwuchses.

Die mit Erfolg auf Feuchtflächen in der Wetschaftsaue im Rodaer Henzeried prakizierte Beweidung mit Wasserbüffeln kommt hier nicht in Frage, weil die im Seitenbruch zu schützenden Pflanzen wie die Fadensegge, das Sumpfblutauge und Orchideen dafür zu empfindlich sind.

Sumpfblutauge mit roten, erdbeerähnlichen Fruchständen

Das Sumpfblutauge mit seinen roten, erdbeerähnlichen Fruchständen braucht offenen, dauerhaft nassen Moorboden, um zu wachsen.

Text und Fotos

© Reinhold Tripp