Fabian Kahler sitzt auf dem männlichen Wasserbüffel

Sieben massige Leiber laufen im Galopp über die Feuchtwiese im Roadaer Henzeried. Kurz vor dem Zaun stoppen sie. Davor steht Fabian Kahler mit seiner Mutter und seiner Schwester Christina. Sie sind gerade angekommen, um nach ihrer Herde Wasserbüffel zu schauen. Wenn sie die Stimme ihres Bauern hören oder sein Auto kommen sie angelaufen. Sie scheinen sich darauf zu freuen, wenn er kommt.

Im Henzeried, dem feuchten Wetschafttal unterhalb des Rodaer Sportplatzes verbringen sie seit 2016 die wärmeren Monate. Aufgrund ihrer Lebensweise sind sie hervorragend geeignet, Naturschutz in den von ihnen beweideten Gebieten zu betreiben. Sie halten das Gras kurz und verzehren dabei auch die sauren Halme. Weil sie auch kleinere Büsche und Bäume fressen, sorgen sie dafür, dass das Gelände nicht zuwächst und erhalten offene Lebensräume für Frösche, Heuschrecken und Vögel. Wenn keine Teiche vorhanden sind, um sich bei Hitze Abkühlung zu verschaffen, heben sie mit ihren Hufen Tümpel aus und sorgen so für neue Lebensräume für Amphibien und Libellen.

Zwei der Tiere schnüffeln an Christina Kahlers ausgestreckter Hand

Kontaktaufnahme: Die Tiere verhalten sich zutraulich, besonders ihren Haltern gegenüber

Ein Wasserbüffel bringt es auf eine Kopf-Rumpf-Länge von fast drei Metern, eine Schulterhöhe von 180 Zentimetern und ein Gewicht von mehr als einer Tonne. Trotz ihrer imposanten Größe zeigen sie ein eher friedliches Verhalten. Zu Fabian Kahler haben sie ein solches Vertrauen entwickelt, dass er auf dem Stier reiten kann und dieser lässt sich das willig gefallen. Trotzdem rät er Fremden dringend davon ab, es ihm nachzutun: „Meine Tiere kennen mich, ich kann aber nicht für die Sicherheit von Fremden garantieren, wenn sie ähnliches versuchen.“

Die Büffel können sich frei auf den etlichen Hektar großen Wiesen bewegen. Trotzdem muss Kahler eine Menge Arbeit investieren. So ist er verpflichtet, regelmäßig zu kontrollieren, ob der Zaun den Belastungen standhält und muss die unter Strom stehenden Leitungen freischneiden, damit die Spannung hoch genug bleibt. „Sonst könnten die Tiere ausbrechen und auf die nahe gelegene Bundesstraße laufen und dort einen Unfall verursachen.“

Wasserbüffel stehen im Wasser

Abkühlung: Bei wärmeren Temperaturen holen sich Wasserbüffel gerne eine Erfrischung und tauchen ab

Dazu muss er darauf achten, wenn die Kühe Nachwuchs erwarten, was bei Wasserbüffeln viel schwieriger einzuschätzen sei als bei hiesigen Hausrindern. Zweimal hat das bislang geklappt. Und mit dem Nachwuchs wird die Herde auch in Zukunft in Sachen Naturschutz unterwegs sein.