Klaus Klimaschka auf dem Traktor, sowie Martin Scholz und Marion Chmelar beim Pflegeeinsatz in den Nauwiesen

Erneut großes Engagement zeigten Mitglieder der Umweltgruppe Burgwald im NABU auf ihren Feuchtwiesen im Wetschaftstal. Wie in jedem Jahr im Herbst am Ende der Vegetationsperiode fuhren sie das Mahdgut ab, nachdem es vorher mit dem Balkenmäher abgemäht worden war. Damit soll erreicht werden, dass dem Boden Nährstoffe entzogen werden als Grundlage für die Entwicklung von artenreichen Biotopen.

Auf entwässertem und gut gedüngtem Intensivgrünland haben die meisten der für Feuchtwiesen typischen Pflanzen und Tiere keine Chance. Daher sehen die Pflegepläne der von der Umweltgruppe betreuten Fläche vor, dass dem Boden Nährstoffe entzogen werden. Um die Wiesenpflanzen, Amphibien und Vögel in ihrer Entwicklung nicht zu stören, werden die Wiesen einschürig gemäht, das heißt nur einmal im Jahr im Herbst.

Marion Chmelar, Martin Scholz und Klaus Klimaschka gabeln Grasschnitt auf den Wagen.

Einsatz für blühende Landschaften: Marion Chmelar, Martin Scholz und Klaus Klimaschka beim Beladen des Anhängers

Die eine der beiden bearbeiteten Flächen in den Nauwiesen ist eine typische Sumpfdotterblumenwiese. Hier wachsen unter anderem die namensgebende Sumpfdotterblume (Caltha palustris), der große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) und der Wiesen-Knöterich (Polygonum bistorta) sowie Feuchtezeiger wie Kuckuckslichtnelke (Lychnis flos-cuculi), Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) und Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris).

Gelbe Sumpfdotterblumen auf der Nauwiese, im Hintergrund Wald

Anfang bis Mitte Mai zeigt sich das gelbe Blütenmeer der Sumpfdotterblumen ...

Rosarote Blüten der Kuckuckslichtnelke zwischen grünem Gras und Sauerampfer

... etwas später die rosaroten Blüten der Kuckuckslichtnelke.

Die Pflege von Feuchtwiesen erfordert viel Handarbeit. Weil Traktoren und schwere Maschinen auf feuchten Stellen einsinken und stecken bleiben würden, kommt ein Balkenmäher mit Radantrieb zum Einsatz. Der Grasschnitt muss aus demselben Grund oft per Hand zusammengetragen und auf die Wagen gegabelt werden. „Die einen schwitzen bei ihren Übungen im Fitnessstudio, wir werden fit bei frischer Luft und Bewegung in der herrlichen Natur im Burgwald“ benennt Reinhold Tripp seine Beweggründe mitzumachen. Das Mahdgut wird umweltfreundlich in der Gemarkung von Roda kompostiert und im folgenden Jahr auf den Äckern von Willi Klinge als Dünger ausgebracht, damit Weizen und Raps gut gedeihen. Und im folgenden Jahr im Mai erblühen die Wiesen im Wetschaftstal wieder gelb und rosarot.

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Gute Tradition: Familie Becker sorgte für die Frühstücksverpflegung