Feuchtwiesen im Mai

Im Mai hat der Frühling überall in der Natur Einzug gehalten, die vorherrschenden Farben sind Grün und Gelb. Eilige Wanderer oder Radfahrerinnen, die schnell unterwegs sind, wird in diesen Tagen allerdings einiges entgehen, wenn sie in der Frühlingslandschaft unterwegs sind.

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Gelbes Blütenmeer

Entlang der Fluss- und Bachläufe gibt es eine Vielzahl feuchter Wiesen, manchen von ihnen liegen brach. Was auf den ersten Blick wie die überall anzutreffenden Löwenzahnblüten aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein Blütenmeer aus leuchtend gelben Sumpfdotterblumen, besonders dort, wo die Wiesen nicht gedüngt werden.

Für die Insekten ist es ein weithin leuchtendes Signal, dass es hier etwas zu holen gibt: In der Blüte wird der Nektar neben dem Fruchtknoten in kleinen Vertiefungen reichlich abgesondert, und Fliegen, Bienen, Käfer und Libellen wissen sich zu bedienen. Sehr häufig halten sich Schwebfliegen an den Blüten auf.

Wenn es regnet, bleiben die Blüten geöffnet und füllen sich mit Wasser. Weil die Staubbeutel und die Narben auf gleicher Höhe stehen, kann es zur Selbstbestäubung kommen, der so genannten Regenbestäubung.

Die kleinen Schoten, in denen die Samen reifen, platzen auf, wenn sie an einer als Sollbruchstelle dienenden Naht mit Regen oder Wasser in Berührung kommen. Die Samen der Pflanze sind schwimmfähig und werden auch über das Wasser verbreitet.

Auch wenn die Blume des Jahres 1999 als giftig gilt, kam sie nicht nur als Arzneipflanze in den Gebrauch, sondern fand auch als Nahrungsmittel und als Färbemittel für Milchprodukte Verwendung. Teilweise wurden In manchen Gegenden wurden Blüten in Essig eingelegt und als Kapernersatz gegessen. Die gelben Blütenblätter wiederum wurden dazu benutzt, um die Butter gelblicher zu färben. Durch Beimischung des Blütensaftes wurde ein höherer Fettgehalt vorgetäuscht, wenn die Milch der Kühe im Frühjahr nach der langen Fütterung mit Heu noch nicht so fetthaltig war. Daher kommt wohl auch der landschaftliche Name Butterblume.

Die Pflanze ist derzeit nicht akut gefährdet, auch wenn ihr Bestand zurück geht. Hin und wieder wird sie in Gartenteichen angepflanzt. Durch den Verzicht auf Düngemittel und durch gezielte Pflege- und Gestaltungsmaßnahmen, wie sie unsere Umweltgruppe durchführt, erhält man ihr einen Platz in der freien Natur und man kann sich weiterhin an ihrem Anblick erfreuen.

Frosch, Storch, Reiher und Co.

Die Pflege von Feuchtwiesen zahlt sich aber auch für die Tierwelt aus. Nachdem in den Feuchtflächen gezielt Teiche angelegt und Bachläufe renaturiert wurden, haben sich eine große Zahl von wasser- und feuchtigkeitsliebenden Tieren versammelt.

Nachdem die Frösche, Kröten und Molche jahrelang ein Paradies nahezu für sich alleine hatten, werden neben Entenvögeln auch zunehmend Reiher beobachtet, die an den feuchten Plätzen langbeinige Nahrung finden. Sie stellen aber auch kleineren Fischen, Schlangen und Wasserinsekten nach. Danben fressen sie aber auch Wasserratten und Feldmäuse in größerer Zahl und lassen gelegentlich auch Eier und Jungvögel mitgehen. Das gute Nahrungsangebot scheint dazu geführt zu haben, dass sie an einer Stelle eine Brutkolonie gegründet haben.

An dieser Stelle konnte in den zurück liegenden Monaten hin und wieder auch der überaus scheue Schwarzstorch beobachtet werden.

Vielleicht schauen Sie in den nächsten Tagen und Wochen einmal etwas genauer hin, wenn sie einen Spaziergang oder einen Radausflug unternehmen. Dann können sie auch selber erleben, was es draußen an wunderbaren Pflanzen und Tieren zu bestaunen gibt.

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Angegebene Quellen und Reinhold Tripp

Fotos

© Gerhard Kalden und Reinhold Tripp