Umweltgruppe Burgwald hatte zu einer Pflegeaktion aufgerufen

Spinnenfäden zwischen Disteldolden, Tautropfen auf trockenen Sauergräsern, ein Rotkehlchen als Zaungast – das Wetschaftstal zwischen Roda und Ernsthausen zeigte sich noch einmal im schönsten Altweibersommer, als sich Mitglieder und Freunde der NABU-Umweltgruppe Burgwald zu einem Arbeitseinsatz auf den Nauwiesen trafen. Viele freiwillige Helfer waren mit drei Traktoren, Wagen und einem Baggerlader gekommen, um das Mahdgut aus den Feuchtwiesen abzutransportieren.

Mahdgut wird mit einem Radlader auf einen Gummiwagen geschaufelt, drei Helfer benutzen ihre Gabeln, einer sitzt auf dem Traktor.

Maschineneinsatz: Um die großen Mengen an Mahdgut aus den Nauwiesen abzutransportieren, wurden von den Helfern der NABU-Gruppe auch Traktoren, Wagen und ein kleiner Baggerlader eingesetzt.

Nach einem genauen Pflegeplan werden die im Biotop-Verbundsystem Oberes Wetschaftstal erfassten Wiesenflächen im mehrjährigen Rhythmus gepflegt: Jeweils ein Drittel der Grasflächen wird gemäht, Inseln und Streifen bleiben stehen. „Wir wollen auf diese Weise bestehende Pflanzenstrukturen erhalten und nur schonend eingreifen“, sagt Willy Becker, Vorsitzender der NABU-Gruppe und pensionierter Förster. Es handelt sich bei den Feuchtwiesen teilweise um Ausgleichsflächen der Gemeinde Burgwald, aber auch um eigene Wiesen des Naturschutzbundes.

Rotkäppchen sitzt auf dem Stiel einer Gabel.

Beobachter: Vom Gabelstiel eines Helfers aus schaute dieses Rotkehlchen bei der Arbeit zu.

Bei den Pflegemaßnahmen ist wichtig, dass das abgemähte Grünzeug nicht auf den Wiesen liegen bleibt und dort verfault, sondern abgefahren wird, bevor es beim Verrottungsprozess ungewollten Stickstoff in den Boden einzutragen beginnt. Stattdessen wird das Mahdgut in Roda kompostiert und später dann auf extensiv bewirtschafteten Flächen als natürlicher Dünger ausgebracht.

Auf einem Spinnennetz haben sich Tautropfen gesammelt, die in der Sonne glitzern.

Kunstwerk: Dieses Spinnennetz an einer Distel blieb bei der Pflegeaktion bewusst unberührt.

Die Burgwalder NABU-Mitglieder erreichen bei ihrem Grastransport eine erfolgreiche Ökobilanz: Eigentlich müsste das Mahdgut mit hohem Kosten- und Energieaufwand nach Geismar zur Deponie gebracht werden, so aber kann es nach kurzer Fahrzeit wieder in den Kreislauf der Natur zurück geführt werden.

Am Ende des Vormittages gab es für alle, die dem Aufruf der Umweltgruppe an die Nauwiesen gefolgt waren, ein kräftiges Frühstück: Ernsthäuser Wurst und frischen Federweißen. Willy Becker und Klaus Klimaschka bedankten sich im Namen der Umweltgruppe bei den Helfern und denen, die ihre Traktoren und Wagen zur Verfügung gestellt hatten. Tobias Becker aus Roda hatte sogar einen leichten Baggerlader zur Unterstützung mitgebracht.

Die Helfer stehen in einer Reihe und stärken sich beim Frühstück, vorn liegt Paul in der Schaufel eines Baggers.

Frühstückspause: Zwischen den Fuhren mit Mahdgut von den Nauwiesen nach Roda gab es ein kräftiges Frühstück für alle Helfer. Der kleine Paul ruhte sich in der Baggerschaufel aus.

Fotos

© Karl-Hermann Völker