Feuchtigkeit und Wärme im Garten lassen die Pflanzen sprießen. Doch diese Bedingungen lieben auch die Schnecken. Wie Pilze und Insektenfraß machen die Schneckenangriffe den Pflanzen zu schaffen, besonders auch im Gewächshaus. In diesem Zusammenhang wollen wir auf ein interessantes Verfahren hinweisen.

Moos im Gras

Im eigenen Garten lässt sich jetzt Moos in Hülle und Fülle finden, genau richtig für den Moosextrakt!

Moose widerstehen seit unzähligen Generationen nicht nur dem Vernichtungskampf der Hobbygärtner, sondern auch der rauen Natur selber. So überleben sie in extremen Lebensräumen und haben faszinierende Strategien entwickelt, mit denen sie sich gegen hartnäckige Feinde durchsetzen. Sie verfügen über wirkungsvolle Abwehrstoffe, die sie gegen verschiedene Bakterien und Mikropilze wie zum Beispiel Mehltau schützen. Diese Abwehrstoffe wirken aber auch gegen Fressfeinde wie Kaninchen oder Schnecken.

Moos und Efeu auf einem Dach

Wie kommt Moos aufs Dach? Teile der dekorativen "Plantage" lassen sich gut für den Moosextrakt verwenden.

Warum sollte man also nicht die Moose, die sich im Winter im Gras prächtig vermehrt haben (keinesfalls aus der freien Natur, wo wir sie schützen sollten!), für diese moderne Form des Pflanzenschutzes verwenden? Forscher der Universität Bonn haben einen Moosextrakt hergestellt und damit kranke Pflanzen behandelt. Tatsächlich konnten so Mehltau und Kartoffelfäule wirksam bekämpft werden. Es ist erstaunlich, dass im Prinzip eigentlich alle Moose diese Wirkungen zeigen. Deshalb kann man, wenn man selber Moose verwenden möchte, kaum etwas falsch machen.

So wird der Moosextrakt hergestellt

Moos wird zusammen gerechtZuerst wird das Moos zusammengerecht.


Das Moos wird auseinandergezupft und im Eimer mit Wasser begossen.Dann wird das Moos auseinandergezupft und im Eimer mit Wasser begossen.


Damit das Moos vollständig mit Wasser bedeckt wird, kann man es mit einem Stein beschweren.Damit das Moos vollständig mit Wasser bedeckt wird, kann man es mit einem Stein beschweren.


Der durchgeseihte Moosextrakt wird auf die Pflanzen gesprüht (die Spritze darf keine anderen Spritzreste enthalten!).Der durchgeseihte Moosextrakt wird auf die Pflanzen gesprüht (die Spritze darf keine anderen Spritzreste enthalten!).

Genauere Beschreibung

Moos auseinander zupfen und in einen Eimer oder eine Gießkanne geben. Dabei braucht höchstens ein Viertel des Gefäßes mit dem locker aufgeschichteten Moos (was man zuvor aus dem Gras gerecht haben kann) gefüllt zu sein. Mit Wasser bis kurz unter den Gefäßrand aufgießen. Es kommt bei dem Ganzen nicht so genau auf die Mengen an, das Augenmaß genügt. Umrühren und 24 Stunden abgedeckt stehen lassen. Zum Abfiltern das Ganze dann am besten durch ein Tuch oder einen alten Damenstrumpf gießen. Der Moosextrakt kommt in eine Pumpspritze oder auch eine Gießkanne. Kranke Pflanzen sollten alle drei Tage besprüht werden. Besser ist es jedoch, den Moosextrakt vorbeugend anzuwenden. Da reicht eine Behandlung alle drei Wochen aus. So können Infektionen schon von vornherein verhindert werden. Das Mittel wirkt insbesondere gegen Pilzerkrankungen wie Mehltau, aber auch gegen Bakterien, und es verscheucht zudem Schnecken.

Fotos

© Karl-Hermann Völker und Reinhold Tripp

Links