Martin Scholz betreut für die NABU-Umweltgruppe Burgwald 150 Nistkästen

Es gibt Menschen, die suchen in ihrer Freizeit im Wald Erholung und intensives Naturerleben. Wenn der Bottendorfer Martin Scholz im Bereich der Revierförsterei Ernsthausen den Burgwald durchstreift, hat er leichtes Werkzeug und ein Kontrollbuch in der Tasche. Als Mitglied der Umweltgruppe Burgwald im Naturschutzbund Deutschland (NABU) ist er seit fast zwei Jahrzehnten im Vogelschutz aktiv.

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Nicht etwa nur beobachtend mit dem Fernglas, sondern mit einer Aufgabe betraut, bei der man keine Angst vor Staub, Schmutz und Vogelflöhen haben darf: Martin Scholz kontrolliert und reinigt alljährlich im Wald und auf Streuobstwiesen etwa 150 Nistkästen von Höhlenbrütern.

Durch den 2012 verstorbenen Ernsthäuser Revierförster Willy Becker, zu dem der Jäger Martin Scholz als Pächter eines Pirschbezirks Kontakt gefunden hatte, wurde er auch für die Umweltgruppe Burgwald gewonnen.

„Ich habe Willy Becker nicht nur menschlich wie einen väterlichen Freund geschätzt, sondern auch fachlich sehr viel von ihm gelernt“, sagt der 65-Jährige heute. Der Forstbeamte Becker hatte die Umweltgruppe 1991 gegründet und zahlreiche Projekte wie das „Biotopverbundsystem Oberes Wetschaftstal“ mitgestaltet. Als Willy Becker gesundheitlich nicht mehr zur Nistkästen-Betreuung in der Lage war, übernahm Martin Scholz seine Aufgabe.

„Von den 150 nummerierten Nisthilfen für Höhlenbrüter in unserem Waldbezirk sind alljährlich etwa 125 besetzt“, berichtet er. „Und wenn bei jeder Brut fünf bis sechs Jungvögel aufwachsen, dann ist das doch ein Erfolg. Wir machen weiter!“

Er ist sich bewusst, dass der Bau und die Pflege von Nisthilfen nur ein erster, kleiner Schritt sind, denn die Bedrohung von Vögeln, Natur und Umwelt erfordert weiteres Engagement. Deshalb betreut er auch Hornissenhöhlen, Eulenkästen und neuerdings auch insgesamt zwölf Nisthilfen für den zurückgekehrten seltenen Steinkauz.

Gern unternimmt Martin Scholz seine Pflegegänge im Februar bei Frost, „wenn das Ungeziefer nicht so aktiv ist“. Dann erkennt er nach Öffnen der unbewohnten Kästen am Nistmaterial, wer dort im Sommer gewohnt hat: Der Kleiber sammelt gern die dünne Spiegelrinde der Kiefer und verengt das Einflugloch mit Lehm, hingegen deuten Moos und feine Tierhaare auf eine Meisenfamilie hin.

„Jeder Vogel will im Frühjahr ein neues Nest bauen, deshalb muss Platz sein in der Nisthöhle“, sagt Martin Scholz und appelliert auch an Gartenbesitzer, die alljährliche Reinigung der Nistkästen nicht zu vergessen.

Auch bei der Pflege von Feuchtwiesen ist der Bottendorfer immer mit dabei. Er sorgt unter anderem dafür, dass der Balkenmäher einsatzfähig ist. „Martin Scholz ist der Aktivste in unserer NABU Umweltgruppe“, findet Vorstandsmitglied Klaus Klimaschka. „Sein Einsatz für die Natur ist vorbildlich. Dafür sind wir ihm dankbar.

Zur Person

Martin Scholz wurde im Mai 1953 in Frankenberg geboren, besuchte dort die Ortenbergschule und machte anschließend eine Lehre als Maschinenbauschlosser. Er arbeitete in der Frankenberger Firma Scholze, einem Hersteller von Webmaschinenzubehör. Seit 1980 wohnt Martin Scholz in Bottendorf. Als Jäger gewann er in mehr als 40 Jahren einen engen Bezug zur Natur, vor 18 Jahren trat er in die NABU-Umweltgruppe Burgwald ein. Landschaftsmalerei in Aquarelltechnik und kreatives Gestalten mit Naturmaterialien sind sein häusliches Hobby.

Quelle: Der Artikel erschien zuerst am 03.10.2018 in der Frankenberger HNA