So mancher ärgert sich zurzeit über die kleinen Sandhäufchen auf dem eigenen Grundstück. Vorwiegend zwischen den Ritzen von Wegplatten fallen sie unangenehm auf, manchmal haben sie in der Mitte ein kreisrundes Loch. Kann man diesen Dreck nicht irgendwie vermeiden?

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Wenn Sie solche Häufchen auf ihrem Grundstück finden, seien Sie lieber froh. Bei Ihnen haben sich höchstwahrscheinlich Sandbienen angesiedelt und ihre Nester gebaut. Dort hinein transportieren sie Pollen und Honig und ihren Nachwuchs, der sich davon ernährt. Während sie an ihrem Gelege zugange sind, sind die Sandhäufchen mit dem Loch in der Mitte zu sehen. Ist das Gelege fertig, wird es verschlossen und eingeebnet.

Neben den Honigbienen sorgen die Sandbienen somit für die Bestäubung von Blüten. Im Gegensatz zu den Bienen sind sie aber oft auf wenige bestimmte Blüten festgelegt. Die Weiden-Sandbiene etwa sammelt, wie der Name schon sagt, nur den Pollen und Nektar von Weiden, andere nur den von Spargel, Zaunrüben, Fingerkräutern, Ehrenpreis, aber auch von vielen Doldenblütlern, Korbblütlern, Kreuzblütlern oder Schmetterlingsblütlern.

Die Bienen sind übrigens sehr friedfertig und stechen nicht: Sie verteidigen ihr Nest nicht und ihr Stachel ist viel zu schwach, um menschliche Haut zu durchdringen. Auch sorgen sie nicht dafür, dass die Wegplatten schief werden, dafür sind die Nester viel zu klein. Werden die Platten schief und krumm, kommt das entweder von einem nicht tragfähigen Untergrund, durch Regen oder starke mechanische Belastung – die Bienen sind in keinem Fall daran schuld. Wenn es sie stört, kehren Sie den Sand einfach weg – aber erst, wenn die Nester fertig sind. Die Brut liegt so tief, dass das Kehren nicht schadet.

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Text und Fotos

© R. Tripp