Obstbaumpflege im Moorsgrund

Ernsthausen. Jedes Jahr aufs Neue benötigen die Obstbäume auf den von der Umweltgruppe Burgwald im Naturschutzbund Deutschland (NABU) betreuten Flächen einen Pflegeschnitt. Ende März bot das Wetter endlich gute Bedingungen, um die Baumschnittarbeiten vorzunehmen.

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Manchmal höre er Vorwürfe, dass es natürlicher sei, alles der Natur zu überlassen und gar keinen Schnitt vorzunehmen. Dem entgegnet Martin Scholz von der Umweltgruppe: „Die Bäume brauchen genügend Licht und Luft, damit gesunde und große Früchte reifen können. Der Schnitt fördert den Austrieb und das Wachstum. Kranke und abgestorbene Äste werden entfernt, ebenso wie die durch Stürme abgeknickten Äste. Und schließlich sorgen wir dafür, dass die Bäume insgesamt einen ausgewogenen Wuchs erreichen, damit sie einen sicheren Stand behalten.“ Wichtig bei alledem sei, dass die Bäume regelmäßig gepflegt werden, um in Form zu bleiben.

Daher ist der Termin zur Obstbaumpflege jährlich im Kalender eingeplant und zur Routine geworden. In früheren Jahren hatten sich die Mitglieder in Seminaren kundig gemacht, wie vorzugehen ist. Auch wenn sie manchmal unter sich mit zwinkerndem Auge witzeln, dass man von zwei sachkundigen Baumpflegern drei unterschiedliche Meinungen erhalte, gebe es doch ein paar Regeln, die allgemein als sinnvoll erachtet werden. So sollte man maßvoll vorgehen und nicht zu viel auf einmal schneiden. Die Wunden sollten möglichst klein gehalten werden und die Reiser sollten kurz über nach außen stehenden Blattknospen etwas schräg abgeschnitten werden. Nach innen wachsende und sich kreuzende Äste sind zu entfernen. Man könne eigentlich nicht allzu viel verkehrt machen, da der Baum im nächsten Jahr wieder austreibe.

Und ganz nebenbei schaffen und erhalten sie einen wertvollen Lebensraum für Vögel, Kleinsäuger, Insekten und verschiedene Pflanzen, der langsam immer weniger werde. Bei Kilopreisen für heimisches Obst teilweise unter einem Euro scheuten viele Menschen den Aufwand für selbst angebaute Früchte. Der Gang in den Laden sei bequemer, erläutert Sabine Freiling die Gründe, warum immer mehr Streuobstwiesen verschwinden. Andererseits böten die heimischen Äpfel und Birnen ein besseres Aroma als die Einheitsware aus dem Supermarkt.

Mit einem gemeinsamen Frühstück stärkten sich die ehrenamtlichen Aktiven und schauten sich zufrieden das Ergebnis ihrer Arbeit an. Bis es im Herbst oder im nächsten Frühjahr weitergeht.

Fotos

© Karl-Hermann Völker